Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) geht häufig mit Druckgefühl im Gesicht, Kopfschmerzen, verstopfter Nase und zähem Schleim einher. Neben medikamentösen Behandlungen haben sich in der Naturheilkunde äussere Anwendungen bewährt, die die Durchblutung fördern, Sekret lösen und regulierend auf Schleimhäute und Nervensystem wirken.
Besonders bewährt sind warme Leinsamen-Auflagen im Gesichtsbereich sowie Meerrettich-Auflagen am Nacken. Beide Anwendungen verfolgen unterschiedliche, sich ergänzende Wirkprinzipien.
Leinsamen-Auflagen im Gesicht – Wärme, Schleimlösung und Beruhigung
Leinsamen enthalten wertvolle Schleimstoffe, die bei Wärmezufuhr eine gleichmässig feuchte Hitze entwickeln. Diese wirkt durchblutungsfördernd im Bereich der Nebenhöhlen, sekretlösend bei zähem Schleim, schmerzlindernd bei Druck- und Spannungsgefühl sowie beruhigend auf gereizte Schleimhäute und Nerven. Die feuchte Wärme dringt tiefer ein als trockene Wärme und unterstützt den natürlichen Abfluss der Nebenhöhlen.

Anwendung:
Zwei bis drei Esslöffel geschrotete Leinsamen mit Wasser zu einem dicken Brei kochen. Kurz abdampfen lassen, sodass die Auflage heiss, aber gut verträglich ist. Den Brei in ein Baumwoll- oder Leinentuch geben und auf Stirn, Wangen und Nasenwurzel auflegen. Mit einem trockenen Tuch abdecken und 15 bis 25 Minuten wirken lassen.
Hinweise:
Nicht anwenden bei Fieber oder eitriger, stark schmerzhafter Entzündung. Den Augenbereich aussparen. Die Wärme immer individuell testen.
Meerrettich-Auflagen am Nacken – Reiztherapie, Reflexwirkung und Lösung von Stauungen
Meerrettich wirkt stark durchblutungsanregend durch seine Senfölglykoside. Als äussere Anwendung zählt er zu den reiztherapeutischen Wickeln. Die Anwendung führt zu einer starken lokalen Durchblutung der Haut, einer reflektorischen Entlastung von Kopf- und Nebenhöhlen, zur Lösung von Nacken- und Schulterverspannungen sowie zu einer Aktivierung bei Stagnation und festgesetzter Sinusitis.
Anwendung:
Frisch geriebenen Meerrettich dünn auf ein Tuch streichen. Das Tuch auf den Nackenbereich legen, nicht direkt auf die Wirbelsäule. Die Einwirkzeit beträgt drei bis zehn Minuten, je nach Hautreaktion. Bei starkem Brennen sofort entfernen. Anschliessend die Haut mit Pflanzenöl oder einer milden Creme beruhigen.
Hinweise:
Nicht bei empfindlicher Haut, Neurodermitis oder akuter Entzündung anwenden. Nie im Gesichtsbereich anwenden. Immer vorsichtig herantasten.

Kombination und naturheilkundliche Einordnung
Leinsamen- und Meerrettich-Auflagen lassen sich zeitlich getrennt gut kombinieren. Leinsamen wirken beruhigend, lösend und wärmend, Meerrettich aktivierend, ableitend und stark durchblutungsfördernd.
In der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde werden solche Anwendungen oft begleitet von pflanzlicher Schleimhauttherapie, Leber- und Lymphunterstützung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr sowie Ruhe und Wärme.
Lass dich von mir beraten für eine individuelle, naturheilkundlich Therapie.
Bei Fragen und für Terminbuchungen stehe ich zur Verfügung.
Grüsse, Daniela Thüring
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Hinweis:
Bei anhaltenden Beschwerden, Fieber, starken Schmerzen oder eitrigem Sekret sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Haftungshinweis
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema und dient nicht zur Eigendiagnose. Er ersetzt keine professionelle Diagnose durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte konsultiere immer deine Naturheilpraktikerin oder Ärztin, um Therapien und Anwendungen von Heilpflanzen zu besprechen.